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Der Autor, hat „Erfurt“ mit all seinen Folgen und Wirkungen nachgezeichnet vom Augenblick des Massakers im Gutenberg-Gymnasium über die sofort einsetzende politische Reaktion, die zum Teil dubiose Rolle der ihre Macht mißbrauchenden Medien, die mühsame Ursachenforschung, die gesellschaftliche Konfusion, das langsame Sterben demokratischer Freiheiten.
Seine bittere Erkenntnis: Viel wurde getan und noch mehr zerstört. Und rein gar nichts von all dem gefährlichen Aktionismus und unsäglichen Populismus wurde dem Thema „Erfurt“ mit seiner hochdringlichen Mahnung zur Besinnung wie zur Kurskorrektur gerecht. Das traurige Fazit heißt: Die Gesellschaft hat keine Werte mehr!
„Erfurt“ impliziert Versagen auf nahezu allen sozialen wie politischen Ebenen und geriet zum kraftvollen Menetekel der Inhalts-, Maß- und Orientierungslosigkeit unserer Zeit. Nicht die alarmierenden Veränderungen in unserem Wertesystem standen zur Debatte. Nein, bevor behutsames Nachdenken womöglich den entscheidenden Impuls zur gesellschaftlichen Korrektur hatte freisetzen können, präsentierten die Parteien in engem Schulterschluß mit den Medien die Schuldigen für das Massaker: Jäger, Sportschützen, legale Waffenbesitzer. Weil der 19jährige Massenmörder Mitglied eines Schützenvereins war.
Fazit: Ein hoch interessantes Buch, das die der „political correctness“ zugrunde liegende Verlogenheit schonungslos analysiert.
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